Bevölkerung

Im Vergleich zu seinen Nachbarstaaten ist Kambodscha ethnisch und religiös ein recht homogenes Land. Denn mehr als 90% der knapp 14 Millionen Einwohner sind Khmer. Sie besiedelten die Region rund um den Tonle Sap und an den Ufern des Mekong schon lange, bevor Thailänder und Vietnamesen kamen. Der Rest der Bevölkerung besteht aus Minderheiten: Chinesen und Vietnamesen (zusammen rund 7-8%), die in den Städten das Wirtschaftsleben bestimmen. Etwa 200.000 Cham leben in Kambodscha, deren Vorfahren ab dem 18./19. Jh. aus ihrer früheren Heimat im jetzigen Vietnam nach Kambodscha einwanderten. Rund 100.000 Angehörige der Bergstämme siedeln vorwiegend in den Bergen von Mondulkiri oder Rattanakiri. Sie werden als Khmer Loeu bezeichnet.

Mentalität & Religion

Die Khmer haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Harmonie im Alltag. Sie gelten als tolerant und gastfreundlich. Mit ihrem typischen Khmer Lächeln, das für Außenstehende nicht immer leicht zu interpretieren ist, bewältigen sie ihre Probleme und Konflikte. Fast alle Kambodschaner sind Anhänger des Therevada-Buddhismus, aber dem Ahnenkult auch nicht abgeneigt.

Geschichte

Archäologische Funde legen nahe, dass bereits seit mindestens 4000 Jahren vor Christus Menschen in der Region siedeln. Über die frühzeitliche Geschichte der ersten Siedler ist jedoch bis heute nichts bekannt. Erst im 1. Jh. zeichnete sich eine deutliche Entwicklung eigenständiger gesellschaftlicher und religiöser Strukturen ab. Indische Händler brachten Ihre Kultur und Religion in das Land.

Während der Angkorianischen Epoche begann die Blütezeit Kambodschas im frühen 9. Jh., als sich rivalisierende Fürstentümer Zhenlas unter dem gemeinsamen König Jayavarman II. vereinigten. Durch geschickte Heiratspläne gelang es dem König, Allianzen mit seinen Rivalen zu bilden. Erfolgreiche Feldzüge brachten ihm mehr an Territorium und legte somit den ersten Grundstein für die Anfänge des einstigen mächtigen Khmer-Reiches. Die Tempel von Angkor sind das Vermächtnis jener glorreichen Epoche der Khmer Zivilisation.

Nach dem Bau des architektonischen Meisterwerks Angkor begann das Reich langsam zu zerbröckeln. Im 14. Jh. konnte das Khmer-Reich den militärischen Bedrohungen der Nachbarstaaten, Champa im Osten und Thailands im Westen, nicht länger standhalten. Neben den militärischen Niederlagen führten staatliche Finanzkrise und höfische Exzesse Jayavarmans VII. letztendlich zum Niedergang Kambodschas.

Seit dem Ende der Angkorianischen Epoche durchlebte Kambodscha mehrere Besatzungen:

  • Im 15. Jh. verlor Kambodscha große Teile seines Territoriums an Thailand.
  • Im 19. Jh. kamen die Franzosen in das Land und hatte praktisch das gesamte Mekong-Delta unter ihrer Macht. Aus geopolitischen Gründen wurden unter dem französischen Protektorat Kambodscha, Laos und Vietnam zu Indochina zusammengefasst.
  • Im Jahre 1955 wurde Kambodscha unter König Norodom Sihanouk unabhängig.
  • 1970 sog der zweite Indochinakrieg Kambodscha in seine tragische Gewalt.
  • 1975 kam die Schreckenherrschaft der Roten Khmer an die Macht. Das Volkermordregime ließ die Städte entvölkern und verwandelte das Land in eine unmenschliche Tragödie.
  • 1979 zogen vietnamesische Truppen in Kambodscha ein und hielt das Land unter Ihrer Herrschaft.
  • 1993 wurde die UN-Übergangsverwaltung installiert, um die freien Wahlen in Kambodscha durchzuführen. Seitdem hat Kambodscha seine Unabhängigkeit wieder erlangt. Die Staatsform ist praktisch jetzt eine konstitutionelle Monarchie.

Die jüngste Entwicklung in Kambodscha zeigt bedeutende wirtschaftliche Aufwärtstrends. Ökonomische Antriebskräfte sind vor allem die Textilindustrie, der Bausektor, der Holzexport und der Tourismus.

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