Bevölkerung

Auf einer Fläche von ca. 236 800 km2 leben derzeit etwa 5,6 Millionen Menschen. Aber mit mehr als 60 verschiedenen Volksgruppen und bis zu 120 Untergruppen ist die ethnische Vielfalt nirgendwo in Südostasien so groß wie in Laos. In Laos trifft man auf fünf Sprachfamilien des südostasiatischen Subkontinents. 65,5% der Bevölkerung gehören der Sprachfamilie der Tai. Zwei Drittel davon sind Lao oder Tai-Lao. Das restliche Drittel der Tai-Sprachfamilie besteht aus 26 ethnischen Volksgruppen. Rund 24% gehören der Mon-Khmer-Sprachfamilie an. Diese Volksgruppe kamen im 6.-8. Jh. nach Südlaos. Die Angehörigen der Miao-Yao-Sprachfamilie wanderten im 19. Jh. aus Südchina ein. Sie umfassen 6-10% der Bevölkerung, wovon allein 80% Hmong sind. 3-4% der Gesamtbevölkerung macht die tibeto-birmesische Gruppe aus. Etwa 1% der Bevölkerung gehören der sino-tibetischen Sprachfamilie, welche von den Ho als einzigeer Ethnie repräsentiert wird.

Mentalität & Religion

Seine besondere kulturelle Prägung erhält das Land durch seine ethnische und religiöse Vielfalt. Fast alle Ethnien der der Mon-Khmer, der Miao-Yao und der tibeto-birmesischen Sprachfamilie sind Animisten. Nur einige Völker, darunter die Lue und die Pounoy, haben den Theravada-Buddhismus der Tai-Lao angenommen. Unter den Mon-Khmer im Süden gibt es vereinzelt auch zum Christentum bekehrte Gruppen. Trotz dieser religiösen Vielfalt ist die Mehrheitsbevölkerung der Tieflandlaoten nach wie vor in Einstellung und Lebenswandel buddhistisch geprägt. Für die zahlreichen verschiedenen Ethnien , die hauptsächlich in den entlegenen Landesteilen siedeln, ist die Pflege ihrer kulturellen Eigenart selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens. Ihr Alltagsleben pflegen die Laoten mit Sanftmut und Harmonie zu gestalten.

Geschichte

Archäologischen Funden zufolge lebten bereits in der Mittelsteinzeit Gruppen von Jägern und Sammler im heutigen Nordlaos. Große Kulturen trafen hier im Laufe der Geschichte aufeinander. Die erste indigene Kultur entwickelte sich noch vor Beginn unserer Zeitrechnung. Riesige Steinkrüge, die in Gruppen von 40 bis 300 auf dem Xieng Khouang-Plateau verstreut liegen, zählen zu ihren wenigen Hinterlassenschaften. Erste Übermittler indischer Einflüsse waren indische Kaufleute. Schon bald folgten den Händlern die Religionen. Auch Herrschaftssysteme wurden übernommen, die zur Herstellung sozialer Ordnung und zur Sicherung des Königtums dienen sollten. Im 9. Jh. machte sich das Khmer-Reich Angkor über weiten Teilen südostasiatischen Festlands breit. Bis zum 13. Jh. dehnte es sich bis nach Südthailand und Birma aus.

Im 13. Jh. verdrängte die Thai-Fürstentümer die Khmer. 1238 wurde Sokhothai gegründet und wenig später Lanna (Nordthailand). Mit der Gründung von Lane Xang (1353-1707) wurde Luang Prabang als Hauptstadt geboren. Zwischen 17. und 18 Jh. kam es zum Zerfall Laos in die drei Herrschaften: Luang Prabang, Vientiane und Champassak und das Land erfuhr mehrfache Invasionen von Siam, Burma und Annam aus. Die folgende Tabelle stellt die Geschichte Laos ab dem 13. Jh. im Zeitraffer dar:

Datum

Ereignis

13. Jahrhundert

Einwanderung der Lao aus dem südlichen China in das Gebiet des heutigen Laos.

1353

Fürst Fa Ngum gründet das Königreich Lane Xang („Land der Millionen Elefanten“) mit Luang Prabang als Hauptstadt.

14. – 16. Jahrhundert

Lane Xang reicht zeitweise von Yünnan bis Kambodscha und von Chiang Mai bis Annan.

17. – 18. Jahrhundert

Zerfall in die drei Herrschaften: Luang Prabang, Vientiane, Champassak, mehrfache Invasionen von Siam, Burma und Annam aus.

1828

Gescheiterter Aufstand gegen die siamesische Oberherrschaft, Zerstörung Vientianes durch siamesische Truppen, Annexion großer Teile von Laos durch Siam.

ab 1860

Beginn der französischen Erkundung des Mekong und angrenzender Gebiete in Laos.

1893

Abtretung aller Gebiete östlich des Mekong durch Siam an Frankreich und damit Eingliederung in Französisch-Indochina; Luang Prabang bleibt als französisches Protektorat selbständige Verwaltungseinheit.

1907

Grenzkorrektur in Sayabouri und Champassak; einige Gebiete westlich des Mekong gehören nunmehr zu Französisch-Indochina.

April 1945

Unabhängigkeitserklärung durch König Sisavangvong auf japanischen Druck mit Prince Phetsarath Rattanavongsa als Premierminister.

April 1946

Rückeroberung Vientianes durch französische Truppen, Wiedereingliederung von Laos in das französische Kolonialreich.

22. Juli 1954

Unabhängigkeit von Laos am Ende des I. Indochinakrieges mit Abschluss der Genfer Indochinakonferenz.

1955 - 1975

Schwelender Bürgerkrieg, dessen Kampfhandlungen und Verlauf maßgeblich durch den II. Indochinakrieg sowie durch innenpolitische Rivalitäten zwischen drei Fraktionen bestimmt wird: der von Nordvietnam politisch und militärisch unterstützten pro-kommunistischen Pathet-Lao-Bewegung, den Neutralisten unter Prinz Souvanna Phouma und den rechtsgerichteten Kräften; massive Bombardierung der Ebene der Tonkrüge und des Ho-Chi-Minh-Pfades durch die US-Luftwaffe.

02.12.1975

Proklamation der Demokratischen Volksrepublik Laos; Prinz Souphanouvong wird erster Staatspräsident, der Generalsekretär der laotischen Revolutionären Volkspartei (LRVP) Phomvihane wird erster Premierminister; Flucht 1/10 der Bevölkerung vor allem nach Thailand.

ab 1986

Wirtschaftliche Liberalisierung und (Wieder-)Eingliederung in die Weltwirtschaft.

14.08.1991

Verabschiedung der ersten Verfassung.

24.02.2002

Wahlen zur 5. Legislaturperiode des Parlaments, 166 Kandidaten stehen auf der LRVP-Einheitsliste für 109 Mandate.

30.04.2006

Wahl zur 6. Legislationsperiode des Parlaments (175 Kandidaten bewarben sich um 115 Sitze).

08.06.2006

Erste Sitzung des neu gewählten Parlaments
Wahl des neuen Präsidenten und der neuen Regierung durch die Nationalversammlung; neuer Präsident wird der ehemalige Vize Präsident Choummaly Sayasone und neuer Premierminister wird Bouasone Bouphavanh.

 

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