"Myanmar", wie es seit 1989 wieder offiziell heißt, ist in Deutschland wohl besser unter dem englischen Namen "Burma" bekannt. Myanmars Frühgeschichte beginnt mit der Einwanderung von drei unterschiedlichen Volksgruppen: Zuerst kamen die Mon aus dem Raum des heutigen Kambodscha, ihnen folgten mongolische Burmesen aus dem östlichen Himalaya, und anschließend hielten siamesische Stämme aus Nordthailand Einzug.
Datum |
Ereignis |
ca. 500 v. Chr. |
Beginn der Einwanderung von Birmanen (1. Hauptstadt Tagaung nördlich von Mandalay), Pyu (Hauptstädte Sri Ksetra, Haalin im mittleren Birma) und Mon (Hauptstadt Thaton in Südbirma) aus Nordindien, Tibet über China. Übernahme des Buddhismus unter anderem durch Kontakte mit dem indischen Königreich Ashokas (3.Jhr. v. Chr.). Wechselhafte Machtstrukturen. |
1044 |
König Anawratha gründet erstes birmanisches Reich (Hauptstadt Pagan) |
1044-1287 |
Pagan-Dynastie (Blüte der birmanischen Kultur); 1287 Zerstörung Pagans durch die Mongolen: Zerfall in Kleinstaaten |
1364-1553 |
Ava-Dynastie (daneben im Süden Mon-Königreich) |
1486-1752 |
Toungoo-Dynastie |
1752-1885 |
Konbaung oder Alaungpaya-Dynastie, Feldzüge nach Thailand, Zerstörung der Thai-Hauptstadt Ayutthaya 1767 |
1824-1885 |
britische Eroberung Birmas (3 Kriege), Birma Teil der britischen Kolonie Indien |
1937 |
Verwaltungsmäßige Trennung Birmas von Indien |
1942 |
Besetzung Birmas durch Japan |
1944/45 |
Rückeroberung Birmas durch alliierte Truppen |
04.01.1948 |
Birma unabhängig; Austritt aus dem Commonwealth |
02.03.1962 |
Staatsstreich von General Ne Win, Beginn der Isolationsphase |
04.01.1974 |
Inkraftsetzung neuer Staatsverfassung mit volksdemokratischen Strukturen |
1979 |
Austritt aus der Gruppe der Blockfreien |
1981 |
Ne Win gibt Präsidentschaft ab, bleibt aber Vorsitzender der Einheitspartei Burma Socialist Programme Party (BSPP) und Vorsitzender des Politbüros |
23.07.1988 |
Ne Win tritt auch als Vorsitzender der BSPP zurück |
18.09.1988 |
Nach blutiger Niederschlagung eines Volksaufstands mit Tausenden von Todesopfern übernehmen Streitkräfte die Gewalt und bilden als oberstes Führungsgremium den Staatsrat zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung (SLORC). |
1989 |
Umbenennung Birmas in Myanmar |
25.05.1990 |
Parlamentswahlen mit Erdrutschsieg der oppositionellen National League for Democracy (NLD) Aung San Suu Kyis, die jedoch nicht die Regierung übernehmen durfte. Das Parlament trat nie zusammen.. |
23.04.1992 |
General Than Shwe löst General Saw Maung als Vorsitzender des SLORC ab |
09.01.1993 – 31.03.1996 |
Erste Runde einer verfassunggebenden Nationalversammlung. Sie wird vertagt, nachdem sich die NLD im November 1995 wegen der undemokratischen Verfahrensweisen aus den Beratungen zurückzieht. |
15.11.1997 |
SLORC wird aufgelöst und durch den Staatsrat für Frieden und Entwicklung (SPDC) ersetzt. |
Oktober 2000 |
Gespräche zwischen SPDC und Aung San Kyi beginnen |
06.09.2002 |
Freilassung von Aung San Suu Kyi aus dem Hausarrest |
30.05.2003 |
Überfall regierungsnaher Kräfte auf Aung San Suu Kyi und ihre Anhänger in Depayin und erneute Festnahme von Aung San Suu Kyi |
25.08.2003 |
Ernennung von General Khin Nyunt zum Premierminister |
30.08.2003 |
Premierminister Khin Nyunt verkündet den "Fahrplan zur Demokratie für Myanmar" (Roadmap to Democracy) |
17.05. – 09.07.2004 |
Wiederaufnahme der verfassunggebenden Nationalversammlung. Die NLD und andere oppositionelle Gruppen nehmen nicht teil, unter anderem da Aung San Suu Kyi weiterhin unter Hausarrest steht und die Freiheit der Diskussion über die Verfassungsprinzipien nicht gewährleistet erscheint. Dafür sind „Waffenstillstandsgruppen“ ethnischer Minderheiten in den Prozess einbezogen. |
18./19.10.2004 |
Premierminister Khin Nyunt wird verhaftet und im Amt des Premiers durch General Soe Win ersetzt. Zerschlagung des Geheimdienstes, der bis dahin ebenfalls unter der Kontrolle Khin Nyunts gestanden hatte. |
17.02. – 31.03.2005 |
Die verfassungsgebende Nationalversammlung tritt wieder zusammen. Die NLD und andere oppositionelle Gruppen nehmen nach wie vor nicht teil. |
26.07.2005 |
Myanmar gibt bei der Außenministerkonferenz der ASEANASEAN (Südostasiatische Staatengemeinschaft) in Vientiane seinen Verzicht auf den turnusmäßigen Vorsitz in der ASEANASEAN-Gruppe ab Mitte 2006 bekannt. |
04.11.2005 |
Staatschef Than Shwe verfügt den sofortigen Umzug der Regierung nach Naypyidaw bei Pyinmana, Zentralmyanmar. |
05.12. – 31.01.2006 |
Weitere Sitzungsperiode der Nationalversammlung. |
18. – 20.05.2006 |
Besuch des Leiters der Politischen Abteilung im Sekretariat der Vereinten Nationen, Ibrahim Gambari, in Myanmar. Gespräche mit dem SPDC und mit Aung San Suu Kyi |
27.05.2006 |
Verlängerung des Hausarrests von Aung San Suu Kyi um ein weiteres Jahr. |
15.09.2006 |
Auf Initiative der USA beschließt der VN-Sicherheitsrat mehrheitlich, die Situation in Myanmar auf seine Agenda zu setzen. |
10.10. – 29.12.2006 |
Erneute Sitzungsperiode der verfassungsgebenden Nationalversammlung. |
09. – 12.11.2006 |
Zweiter Besuch von Ibrahim Gambari (Vereinte Nationen) in Myanmar. Auch diesmal führt er Gespräche mit dem SPDC und Aung San Suu Kyi. Konkrete Zugeständnisse macht ihm die Regierung nicht. |
11.01.2007 |
Freilassung einer Gruppe prominenter ehemaliger Studentenführer („88 Generation Students Group“) aus dem Polizeigewahrsam, in dem sie seit September 2006 festgehalten worden waren. |
12.01.2007 |
Ein von den USA eingebrachter Entwurf für eine nicht-bindende Resolution des VN-Sicherheitsrats zur politischen und humanitären Situation in Myanmar scheitert am Veto Chinas und Russlands. |
03.09.2007 |
Abschluss der Nationalversammlung mit Text über 104 Verfassungsprinzipien. Nächster Schritt: Ausarbeitung der Verfassung selbst. |
15.08.2007 |
Verdoppelung der Benzinpreise durch die Regierung. In der Folge Protestmärsche und Festnahmen prominenter Aktivisten, u.a. der Anführer der "88 Students Group". Verhaftung der Anführer der Gruppe. |
Ende September 2007 |
Eskalation der Protestbewegung und blutige Niederschlagung durch militärische Einheiten. Offiziellen Angaben zufolge 11 Tote, nach den Ermittlungen des Sonderbericherstatters des Menschenrechtsrats, Prof. Pusheiro, wurden mindestens 31 Menschen getötet, davon rund die Hälfte in den Haftanstalten und Lagern, die zur Aufnahme der Verhafteten im Gefolge der Proteste eingerichtet wurden. Im September und Oktober 2007 wurden zwischen 3000 und 4000 Menschen verhaftet, von denen inzwischen jedoch die Mehrzahl freigelassen wurde. |
24.10.2007 |
Ernennung General Thein Sein zum Premierminister |
09.02.2008 |
Militärregierung kündigt Referendum über die Einführung der neuen Verfassung für Mai 2008 sowie allgemeine Wahlen im Jahre 2010 an. |