Bevölkerung

Rund 54 Millionen Menschen leben in Myanmar. Die Mehrheit der Bevölkerung (ca. 70%) sind die Birmanen (Bamar). Mit 8,5% liegt auf Platz 2 die Shan, gefolgt von den Karen mit 6,2% und den Chinesen mit 1-2%. Der Rest verteilt sich auf andere Minderheiten.

Mentalität und Kultur

Der Vielvölkerstaat mit mehr als 150 Ethnien und mit seinen großen Kulturschätzen und den liebenswürdigsten Menschen, ist einzigartig. Bescheidenheit, Gastfreundschaft und Toleranz sind grundlegende Werte in der birmesischen Gesellschaft. Der Buddhismus prägt den Alltag und die tiefe Verbundenheit mit der Religion spürt jeder, der durch das Land reist. 89 % der Menschen sind Buddhisten. Die anderen Religionen sind etwa so verteilt: Islam (4%), Christen (4%), Baptisten (4%), und Hinduismus (1%). Hinzu kommen die animistischen Stammesreligionen der Bergvölker. Die vorherrschende Sprache Burmesisch hat ein eigenes Alphabet und eine eigene Schrift. Daneben existieren etliche Dialekte der Karen, Chin, Shan und Kachin etc.

Geschichte

"Myanmar", wie es seit 1989 wieder offiziell heißt, ist in Deutschland wohl besser unter dem englischen Namen "Burma" bekannt. Myanmars Frühgeschichte beginnt mit der Einwanderung von drei unterschiedlichen Volksgruppen: Zuerst kamen die Mon aus dem Raum des heutigen Kambodscha, ihnen folgten mongolische Burmesen aus dem östlichen Himalaya, und anschließend hielten siamesische Stämme aus Nordthailand Einzug.

Datum

Ereignis

ca. 500 v. Chr.

Beginn der Einwanderung von Birmanen (1. Hauptstadt Tagaung nördlich von Mandalay), Pyu (Hauptstädte Sri Ksetra, Haalin im mittleren Birma) und Mon (Hauptstadt Thaton in Südbirma) aus Nordindien, Tibet über China. Übernahme des Buddhismus unter anderem durch Kontakte mit dem indischen Königreich Ashokas (3.Jhr. v. Chr.). Wechselhafte Machtstrukturen.

1044

König Anawratha gründet erstes birmanisches Reich (Hauptstadt Pagan)

1044-1287

Pagan-Dynastie (Blüte der birmanischen Kultur); 1287 Zerstörung Pagans durch die Mongolen: Zerfall in Kleinstaaten

1364-1553

Ava-Dynastie (daneben im Süden Mon-Königreich)

1486-1752

Toungoo-Dynastie

1752-1885

Konbaung oder Alaungpaya-Dynastie, Feldzüge nach Thailand, Zerstörung der Thai-Hauptstadt Ayutthaya 1767

1824-1885

britische Eroberung Birmas (3 Kriege), Birma Teil der britischen Kolonie Indien

1937

Verwaltungsmäßige Trennung Birmas von Indien

1942

Besetzung Birmas durch Japan

1944/45

Rückeroberung Birmas durch alliierte Truppen

04.01.1948

Birma unabhängig; Austritt aus dem Commonwealth

02.03.1962

Staatsstreich von General Ne Win, Beginn der Isolationsphase

04.01.1974

Inkraftsetzung neuer Staatsverfassung mit volksdemokratischen Strukturen

1979

Austritt aus der Gruppe der Blockfreien

1981

Ne Win gibt Präsidentschaft ab, bleibt aber Vorsitzender der Einheitspartei Burma Socialist Programme Party (BSPP) und Vorsitzender des Politbüros

23.07.1988

Ne Win tritt auch als Vorsitzender der BSPP zurück

18.09.1988

Nach blutiger Niederschlagung eines Volksaufstands mit Tausenden von Todesopfern übernehmen Streitkräfte die Gewalt und bilden als oberstes Führungsgremium den Staatsrat zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung (SLORC).

1989

Umbenennung Birmas in Myanmar

25.05.1990

Parlamentswahlen mit Erdrutschsieg der oppositionellen National League for Democracy (NLD) Aung San Suu Kyis, die jedoch nicht die Regierung übernehmen durfte. Das Parlament trat nie zusammen..

23.04.1992

General Than Shwe löst General Saw Maung als Vorsitzender des SLORC ab

09.01.1993 – 31.03.1996

Erste Runde einer verfassunggebenden Nationalversammlung. Sie wird vertagt, nachdem sich die NLD im November 1995 wegen der undemokratischen Verfahrensweisen aus den Beratungen zurückzieht.

15.11.1997

SLORC wird aufgelöst und durch den Staatsrat für Frieden und Entwicklung (SPDC) ersetzt.

Oktober 2000

Gespräche zwischen SPDC und Aung San Kyi beginnen

06.09.2002

Freilassung von Aung San Suu Kyi aus dem Hausarrest

30.05.2003

Überfall regierungsnaher Kräfte auf Aung San Suu Kyi und ihre Anhänger in Depayin und erneute Festnahme von Aung San Suu Kyi

25.08.2003

Ernennung von General Khin Nyunt zum Premierminister

30.08.2003

Premierminister Khin Nyunt verkündet den "Fahrplan zur Demokratie für Myanmar" (Roadmap to Democracy)

17.05. – 09.07.2004

Wiederaufnahme der verfassunggebenden Nationalversammlung. Die NLD und andere oppositionelle Gruppen nehmen nicht teil, unter anderem da Aung San Suu Kyi weiterhin unter Hausarrest steht und die Freiheit der Diskussion über die Verfassungsprinzipien nicht gewährleistet erscheint. Dafür sind „Waffenstillstandsgruppen“ ethnischer Minderheiten in den Prozess einbezogen.

18./19.10.2004

Premierminister Khin Nyunt wird verhaftet und im Amt des Premiers durch General Soe Win ersetzt. Zerschlagung des Geheimdienstes, der bis dahin ebenfalls unter der Kontrolle Khin Nyunts gestanden hatte.

17.02. – 31.03.2005

Die verfassungsgebende Nationalversammlung tritt wieder zusammen. Die NLD und andere oppositionelle Gruppen nehmen nach wie vor nicht teil.

26.07.2005

Myanmar gibt bei der Außenministerkonferenz der ASEANASEAN (Südostasiatische Staatengemeinschaft) in Vientiane seinen Verzicht auf den turnusmäßigen Vorsitz in der ASEANASEAN-Gruppe ab Mitte 2006 bekannt.

04.11.2005

Staatschef Than Shwe verfügt den sofortigen Umzug der Regierung nach Naypyidaw bei Pyinmana, Zentralmyanmar.

05.12. – 31.01.2006

Weitere Sitzungsperiode der Nationalversammlung.

18. – 20.05.2006

Besuch des Leiters der Politischen Abteilung im Sekretariat der Vereinten Nationen, Ibrahim Gambari, in Myanmar. Gespräche mit dem SPDC und mit Aung San Suu Kyi

27.05.2006

Verlängerung des Hausarrests von Aung San Suu Kyi um ein weiteres Jahr.

15.09.2006

Auf Initiative der USA beschließt der VN-Sicherheitsrat mehrheitlich, die Situation in Myanmar auf seine Agenda zu setzen.

10.10. – 29.12.2006

Erneute Sitzungsperiode der verfassungsgebenden Nationalversammlung.

09. – 12.11.2006

Zweiter Besuch von Ibrahim Gambari (Vereinte Nationen) in Myanmar. Auch diesmal führt er Gespräche mit dem SPDC und Aung San Suu Kyi. Konkrete Zugeständnisse macht ihm die Regierung nicht.

11.01.2007

Freilassung einer Gruppe prominenter ehemaliger Studentenführer („88 Generation Students Group“) aus dem Polizeigewahrsam, in dem sie seit September 2006 festgehalten worden waren.

12.01.2007

Ein von den USA eingebrachter Entwurf für eine nicht-bindende Resolution des VN-Sicherheitsrats zur politischen und humanitären Situation in Myanmar scheitert am Veto Chinas und Russlands.

03.09.2007

Abschluss der Nationalversammlung mit Text über 104 Verfassungsprinzipien. Nächster Schritt: Ausarbeitung der Verfassung selbst.

15.08.2007

Verdoppelung der Benzinpreise durch die Regierung. In der Folge Protestmärsche und Festnahmen prominenter Aktivisten, u.a. der Anführer der "88 Students Group". Verhaftung der Anführer der Gruppe.

Ende September 2007

Eskalation der Protestbewegung und blutige Niederschlagung durch militärische Einheiten. Offiziellen Angaben zufolge 11 Tote, nach den Ermittlungen des Sonderbericherstatters des Menschenrechtsrats, Prof. Pusheiro, wurden mindestens 31 Menschen getötet, davon rund die Hälfte in den Haftanstalten und Lagern, die zur Aufnahme der Verhafteten im Gefolge der Proteste eingerichtet wurden. Im September und Oktober 2007 wurden zwischen 3000 und 4000 Menschen verhaftet, von denen inzwischen jedoch die Mehrzahl freigelassen wurde.

24.10.2007

Ernennung General Thein Sein zum Premierminister

09.02.2008

Militärregierung kündigt Referendum über die Einführung der neuen Verfassung für Mai 2008 sowie allgemeine Wahlen im Jahre 2010 an.

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