Bevölkerung

Mit mehr als 1000 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Bevölkerungsdichte in Vietnam einer der höchsten in Südostasien. Zurzeit leben rund 83 Millionen Menschen in Vietnam. Neben den ethnischen Vietnamesen (Viet oder Kinhs, die fast 85% der Gesamtbevölkerung ausmacht, gibt es weitere ethnische Minderheiten. Ungefähr 800 000 Einwohner sind chinesischer Herkunft (Hoa). Sie stammen aus den nördlichen Völkern im heutigen Gebiet von China. Im Norden des Landes leben zahlreiche Bergstämme wie z.B. der Tay, Muong, Hmong etc. Im Zentral- und Südvietnam trifft man andere ethnische Gruppen wie Cham, Khmer, Ede, Giarai usw. 

Mentalität und Religion

Die Vietnamesen haben ein stark geprägtes Bewusstsein für Solidarität. Ihre Kultur hat sich auf der Grundlage der Wasserreis-Zivilisation entwickelt. Im Kampf gegen feindliche Naturkräfte haben die Menschen in Vietnam gelernt, dass sie bessere  Überlebenschance haben, wenn sich solidarisieren. Schätzungsweise bekennen sich zwei Drittel der vietnamesischen Bevölkerung zu Buddhismus, der im Laufe der Zeit wie eine Weltanschauung in alle Schichten der vietnamesischen Gesellschaft verwurzelt wurde. Allerdings ist der Buddhismus hier stark mit daoistischen und konfuzianischen Elementen verwandt. Die Ausübung der Religion in Vietnam ist eher pragmatisch. Konfuzius zufolge sollte das Bewusstsein der Menschen eher auf das Hier und heute der Gemeinschaft gelenkt werden, als auf himmlische Verheißungen oder die Mysthifizierung des Individualismus. Werte wie Treue, Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Sittlichkeit und Weisheit gehören zu den Tugenden konfuzianischen Lehre. Rund 7-10% der Bevölkerung betrachten sich als Anhänger des Katholizismus.

Geschichte


Die aus Südchina nach Süden abgewanderten Vietnamesen haben sich in historischer Zeit in der Nordhälfte ihres heutigen Territoriums niedergelassen und vom 10. Jahrhundert an ständig nach Süden ausgedehnt. Dabei wurde das Reich Champa vernichtet und die Khmer aus dem Mekong-Delta weitgehend vertrieben. Von 111 v. Chr. bis 939 n. Chr. und von 1413 bis 1428 war Vietnam chinesische Provinz. Die folgende Tabelle fasst die geschichtliche Entwicklung Vietnams ab dem 19. Jahrhundert zusammen:

Datum
Ereignisse

1858-1885

Eroberung durch Frankreich und Zusammenschluß mit Kambodscha (1887) und Laos (1900) zu Französisch-Indochina.

02.09.1945

Ausrufung der Demokratischen Republik Vietnam durch die Provisorische Regierung unter Präsident Ho Chi Minh.

19.12.1946

Militärisches Eingreifen Frankreichs.

1954

Französische Niederlage bei Dien Bien Phu. Zweiteilung Vietnams am 17. Breitengrad bei der darauffolgenden Genfer Konferenz. Die für 1956 vorgesehenen Wahlen kommen nicht zustande. Zunehmendes Engagement der USA auf Seiten des Südens.

1964

Erste US-Bombardements Nordvietnams nach dem Tonkin-Zwischenfall.

1968

Höchster US-Einsatz in Vietnam mit 540.000 Mann Bodentruppen.

02.09.1969

Tod Ho Chi Minhs. Le Duan wird Generalsekretär der KPV.

Jan. 1973

Pariser Abkommen über die Beendigung des Krieges und die Wiederherstellung des Friedens in Vietnam.

30.04.1975

Fall Saigons.

1976

Gesamtvietnamesische Parlamentswahlen. Neuer Staatsname "Sozialistische Republik Vietnam".

Dez. 1978

Einmarsch vietnames. Truppen in Kambodscha, Sturz des Pol Pot Regimes.

Frühj. 1979

chin.-vietn. Grenzkrieg (von China ausgelöst als Reaktion auf vietn. Intervention in Kambodscha)

Dez. 1986

Der VI. Parteikongress der KPV beschließt die grundlegende Erneuerung aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens ("doi moi"). Nguyen Van Linh wird zum Generalsekretär des ZK der Partei gewählt.

Sept. 1989

Abzug der vietnamesischen Truppenverbände aus Kambodscha.

Juni 1991

Auf dem VII. Parteikongress findet der Erneuerungskurs Bestätigung. Do Muoi wird Generalsekretär.

Juli 1995

Beitritt zu ASEAN, dipl. Beziehungen zu USA, Koop.-Abk. mit EU.

Juni 1996

VIII. Parteikongress bestätigt "doi moi", Do Muoi bleibt Generalsekretär

Juli 1997

Neuwahl der vietnamesischen Nationalversammlung

Sept. 1997

Neuer Staatspräsident: Tran Duc Luong, Neuer Ministerpräsident: Phan Van Khai

Dez. 1997

Neuer Generalsekretär der KPV: Le Kha Phieu

April 2001

Der IX. Parteikongress beschließt Intensivierung der Erneuerungspolitik
Nong Duc Manh (bish. Präs. der Nationalversammlung) wird Generalsekretär.

Dez 2001

Ratifizierung des Handelsabkommens mit den USA

Mai 2002

Wahlen zur vietnamesischen Nationalversammlung

Juli 2002

Premierminister Phan Van Khai und Staatspräsident Tran Duc Luong werden in ihrem Amt bestätigt.

Juni 2005

Verabschiedung eines "Masterplans für die Beziehungen zwischen Vietnam und der EU bis 2015"

April 2006

X. Parteitag der KPV, Nong Duc Manh als Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams bestätigt

Juni 2006

Nationalversammlung wählt Nguyen Minh Triet zum neuen Staatspräsidenten und Nguyen Tan Dung zum neuen Premierminister

November 2006

Gipfeltreffen der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC) in Hanoi mit 18 Staats- und Regierungschefs

Januar 2007

Vietnam wird 150. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO)

Mai 2007

Neuwahlen zur vietnamesischen Nationalversammlung

Juli 2007

Regierungsumbildung. Präsident und Premierminister werden in ihren Ämtern bestätigt

 

 
 
 
 
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